Mittwoch, 5. Februar 2014

I just wanted you to know



Gegen halb neun wachte ich auf. Der Himmel erstrahlte in den schönsten Farben. Der Morgen fühlte sich nach Wochenende an. Um diese Uhrzeit hätte ich schon längst in der Schule sein müssen. Mittwochs habe ich jedes mal bis viertel nach drei Schule. Es ist der schrecklichste Tag der Woche. Ich blieb in meinem Bett liegen und wollte nicht hin. Ich wollte niemanden sehen. Den ganzen Tag hing ich auf Tumblr, ging kurz abends eine rauchen und fand mich eben wieder auf Tumblr. Keith war ebenso heute zuhause. Wir haben viel geschrieben. Und zum Schluss, es war ungefähr vor einer Viertelstunde, schrieb ich ihm meinen Tumblrlink. Niemand aus meiner Umgebung kennt ihn. Der Typ aus meiner Stufe, der ihn vor etwa einem halben Jahr kannte, hat seinen Tumblr gelöscht und ist dort nicht mehr aktiv. Keith ist der einzige von meinen Freunden und Bekannten, der nun meinen Tumblr kennt. Es hat mich so viel Überwindung gekostet. Mein Herz hat laut gepocht, während ich die Zeilen getippt habe. Ich hätte in dem Moment mein Handy am liebsten gegen die Wand geworfen. Ich weiß nicht, wie er darauf reagiert. Denn die Seite von mir, die ich in meinem Tumblr preisgebe, kennt er nicht. Er kennt nur das gut gelaunte Mädchen. Das Mädchen, dass lacht und nie über ihre Figur nachdenkt. Ich habe mich ziemlich in dich verknallt. Er hat sich in das Mädchen verknallt, dass ich in der Öffentlichkeit bin. Das Mädchen, dass keine Probleme hat. In das Mädchen hat er sich verknallt.
Auf meine Nachricht habe ich bis jetzt keine Antwort bekommen. Ich weiß nicht, was jetzt in seinem Kopf vorgehen wird. 
Ich habe ihm mein Vertrauen gegeben. Ich will ehrlich zu ihm sein. Ich will keine Lügen mehr und keine Schauspielerei. Doch ich weiß nicht, ob er das Mädchen noch will, was ich wirklich bin. 

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